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Leistungen SHUANGMA Netzbetreiber

Die Integration von Batteriespeichern in das Stromnetz entwickelt sich rasant – und mit ihr die Anforderungen an Planung, Technik und Betrieb. Moderne Battery Energy Storage Systems (BESS) sind längst keine passiven Energiespeicher mehr, sondern aktive Netzkomponenten, die Stabilität, Flexibilität und Versorgungssicherheit maßgeblich unterstützen. Damit ein Speicher sicher und regelkonform betrieben werden kann, definieren Netzbetreiber eine Vielzahl technischer, regulatorischer und kommunikativer Vorgaben: vom Netzanschluss über Schutz- und Regelkonzepte bis hin zur Echtzeit‑Fernsteuerbarkeit.

Eine sorgfältige Netzverträglichkeitsanalyse, klare Vorgaben zu Leistungsbegrenzung und Einspeisemanagement, robuste Schutzmechanismen sowie standardisierte Kommunikationsschnittstellen bilden die Grundlage für einen sicheren und effizienten Speicherbetrieb. Gleichzeitig eröffnen BESS neue Möglichkeiten für Netzdienstleistungen, Peak‑Shaving und die Integration erneuerbarer Energien.

Dieser Artikel zeigt, welche Anforderungen Netzbetreiber heute an Speicher stellen, wie ein BESS diese erfüllt – und warum Speicher eine strategische Schlüsselrolle im Energiesystem der Zukunft einnehmen.

Anforderung Netzbetreiber

Netzbetreiber definieren technische, regulatorische und prozessuale Anforderungen, die sicherstellen sollen, dass ein BESS (Battery Energy Storage System) das Netz nicht negativ beeinflusst. Typische Anforderungen umfassen:

• Technische Anschlussbedingungen (TAB): Vorgaben zu Schutztechnik, Messung, Kommunikation, Schaltanlagen, Kurzschlussfestigkeit, Netzrückwirkungen (THD, Flicker).
• Leistungs- und Kapazitätsdaten: Max. Wirkleistung, Blindleistungsbereitstellung, Rampenbegrenzungen, Schwarzstartfähigkeit (falls gefordert).
• Nachweisführung: Zertifikate (Einheitenzertifikat, Anlagenzertifikat), Prüfprotokolle, Inbetriebnahmeunterlagen, Simulationen.
• Betriebsführung: Vorgaben zu Einspeisemanagement, Fernsteuerbarkeit, Redispatch‑Fähigkeit, Meldepflichten.
Für BESS ist entscheidend: Netzbetreiber erwarten Planbarkeit, Transparenz und Regelbarkeit – Speicher gelten zunehmend als aktive Netzkomponenten.

Netzverträglichkeitsanalyse

Die Netzverträglichkeitsanalyse (NVA) prüft, ob der geplante Speicher ohne Netzüberlastungen oder Spannungsprobleme angeschlossen werden kann.
Wesentliche Inhalte:

• Lastflussberechnung: Wie wirkt sich der Speicher in verschiedenen Betriebszuständen auf Spannung, Strom und Auslastung aus?
• Kurzschlussstromberechnung: Prüft, ob Schutzeinrichtungen korrekt auslösen und ob der Speicher die Kurzschlussleistung nicht unzulässig erhöht.
• Dynamische Stabilität: Verhalten bei Frequenzänderungen, Spannungseinbrüchen, Fehlern im Netz.
• Bewertung von Rückwirkungen: Oberschwingungen, Flicker, Unsymmetrien.
Ergebnis: → Freigabe, Freigabe mit Auflagen (z. B. Leistungsbegrenzung) oder Ablehnung.

Leistungsbegrenzung & Einspeisemanagement

Netzbetreiber verlangen, dass Speicher steuerbar sind, um Netzengpässe zu vermeiden.
Leistungsbegrenzung
• Begrenzung der Wirkleistung (Pmax) am Netzanschlusspunkt.
• Dynamische Begrenzung abhängig von Netzlast oder Einspeisesituation.
• Rampenbegrenzungen (z. B. max. 10 %/s), um Netzsprünge zu vermeiden.
Einspeisemanagement (EinsMan)
• Fernsteuerbarkeit durch den Netzbetreiber (z. B. über IEC 60870‑5‑104).
• Vorgaben zu Abrufbarkeit von Wirkleistung und Blindleistung.
• Priorisierung bei Engpässen (z. B. Speicher vor PV oder umgekehrt – abhängig vom Netzbetreiber).
Für BESS besonders wichtig: Speicher müssen beidseitig steuerbar sein – sowohl beim Laden als auch beim Entladen.

Schutzkonzepte, Frequenz- und Spannungshaltung

Ein BESS muss sich wie eine regelbare Erzeugungsanlage verhalten und aktiv zur Netzstabilität beitragen.
Schutzkonzepte
• Über-/Unterspannungsschutz
• Über-/Unterfrequenzschutz
• Netz- und Anlagenschutz (NA‑Schutz) gemäß VDE‑AR‑N 4105/4110/4120
• Fehlerstrom- und Kurzschlussschutz
• Anti‑Islanding (ENS)
Frequenzhaltung
• Frequenzabhängige Leistungsänderung (Droop‑Control).
• Unterstützung bei Unterfrequenz (z. B. Einspeisung).
• Unterstützung bei Überfrequenz (z. B. Aufnahme von Leistung).
Spannungshaltung
• Bereitstellung von Q(U)‑Kennlinien.
• Blindleistungsregelung (cos φ, Q‑Vorgabe, Q‑Regelung).
• Unterstützung bei Spannungseinbrüchen (Fault Ride Through – FRT).

Kommunikation nach VDE‑AR‑N 4110 / 4120

Für Speicher im Mittel- und Hochspannungsnetz gelten strenge Kommunikationsanforderungen:

• Protokolle: IEC 60870‑5‑104 oder IEC 61850.
• Signale: Wirkleistung, Blindleistung, Betriebszustände, Störmeldungen, Verfügbarkeit.
• Fernsteuerbarkeit: Setpoints für P, Q, cos φ, Rampen, Sperrung/Entsperrung.
• Zertifizierung: Einheitenzertifikat Typ B/C nach FGW TR8.
• IT‑Sicherheit: VPN, Firewall, redundante Kommunikationswege.

Ziel: Der Netzbetreiber muss den Speicher in Echtzeit überwachen und steuern können.

Rolle von Speichern im Netz (Peak‑Shaving, Netzdienstleistungen)

Peak‑Shaving
• Reduktion von Lastspitzen im Netzanschlusspunkt.
• Entlastung von Transformatoren und Leitungen.
• Senkung von Netzentgelten (z. B. Leistungspreis).
Netzdienstleistungen
Speicher können eine Vielzahl systemrelevanter Dienste bereitstellen:
• Frequenzregelung (FCR, aFRR, mFRR) Schnelle Reaktion macht BESS besonders attraktiv.
• Spannungsstützung durch Blindleistungsbereitstellung.
• Redispatch 2.0 Speicher werden zunehmend als flexible Assets eingeplant.
• Black‑Start‑Fähigkeit (optional, abhängig vom Systemdesign).
• Engpassmanagement Speicher puffern Energie, wenn Leitungen überlastet sind.

Fazit:
Batteriespeicher entwickeln sich zu vollwertigen, steuerbaren Netzkomponenten und damit steigen die technischen, regulatorischen und betrieblichen Anforderungen deutlich. Wer Netzverträglichkeit, Schutzkonzepte, Steuerbarkeit und Kommunikationsstandards konsequent erfüllt, schafft die Grundlage für einen sicheren Betrieb und erschließt gleichzeitig neue Potenziale für Netzdienstleistungen und die Integration erneuerbarer Energien.

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